Die meist verbreiteten Photovoltaik-Mythen

Das Vorurteil: In der Schweiz scheint zu wenig die Sonne, um wesentliche Mengen Solarstrom produzieren zu können.

Die Fakten: Das Schweizer Wetter ist nicht so schlecht, wie manche annehmen. Tagsüber produziert eine Photovoltaikanlage zudem selbst bei bewölktem Himmel und Regen Strom. Die Zahlen sprechen für sich: Ein Quadratmeter Photovoltaikfläche liefert hierzulande jährlich 185 kWh. Somit reichen acht Quadratmeter aus, um 20 Prozent des durchschnittlichen Schweizer Pro-Kopf- Bedarfs von 7000 kWh pro Jahr zu decken. Und es gibt noch viel Potenzial: In Dänemark und Deutschland, beides weniger sonnige Länder als die Schweiz, lässt sich die Gesamtleistung aller bereits installierten Photovoltaikanlagen auf 500 Watt pro Einwohner aufteilen. Bei uns sind es gerade mal 170 Watt.

Das Vorurteil: Photovoltaikanlagen sind viel zu teuer.

Die Fakten: Die Preise für Photovoltaik sind massiv gesunken. Eine Anlage fürs Dach ist heute bereits ab 13'000 Franken zu haben. Richtig gerechnet, wird es noch günstiger: durch Steuerabzüge – in den meisten Kantonen machen sie 15 bis 20 Prozent des Anlagenwerts aus. Und durch die Einmalvergütung, die Förderbeiträge in der Höhe von bis zu 20 bis 30 Prozent der Investition in die Anlage vorsieht. Kein Wunder, entscheiden sich 14'000 Schweizer Haushalte pro Jahr, selber Stromproduzenten zu werden. Noch nicht überzeugt? Dann schauen Sie doch einfach, wie es um das Potenzial und die Rentabilität einer Solaranlage für Ihr Dach steht!

Das Vorurteil: Solarstrom ist nicht nachhaltig. Denn die für Herstellung, Transport und Entsorgung der Photovoltaik-Module aufgewandte graue Energie lässt sich durch die Solarstromproduktion nicht kompensieren.

Die Fakten: Eine zum Beispiel in China hergestellte Photovoltaikanlage verbraucht 1257 kWh graue Energie pro Quadratmeter. Laut einer Studie des Paul Scherrer Instituts spart jedoch ein Quadratmeter Photovoltaik jährlich 574 kWh an nicht erneuerbarer Energie. Nach etwas mehr als zwei Jahren ist die graue Energie also bereits energetisch amortisiert. Gerechnet über die ganze Lebensdauer einer Photovoltaikanlage, die heute dreissig Jahre beträgt, ist sie sogar 14-mal abgegolten.

Das Vorurteil: Vom eigenen Solarstrom kann man selber kaum profitieren. Er wird ja nicht dann produziert, wenn man ihn am meisten braucht.

Die Fakten: Selbst wenn niemand zu Hause ist, verbrauchen Häuser Energie. 15 bis 25 Prozent des Solarstroms werden in den eigenen vier Wänden konsumiert, denn Geräte wie der Kühlschrank und Tiefkühler laufen rund um die Uhr. Und Modems und TV-Boxen verbrauchen selbst im Standby-Modus Strom. Der Eigenverbrauch lässt sich auch mit einem Wärmepumpen-Heizsystem, das vom hauseigenen Solarstrom angetrieben wird, erhöhen. Dank einem intelligenten Steuerungssystem lässt sich der Betrieb von Geräten und Haustechnik manuell oder automatisch auf die Solarstromproduktion abstimmen.

 

Quelle: EnergieSchweiz, Extrablatt für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, Okt. 2016

Artikel schliessen
03. April 2017
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren