Elektromobilität kommt in Fahrt

Die Verkäufe von Elektroautos haben 2017 erneut zugelegt. Für immer mehr Autofahrer ist ein Elektromobil eine interessante Alternative. Laut dem Statistik-Portal Statista fuhren 2016 nahezu 11‘000 Autos in der Schweiz mit Elektroantrieb. Aus der neusten Statistik von Auto-Schweiz geht hervor, dass 2017 mit rund 4‘773 verkauften Elektroautos fast 45 Prozent mehr verkauft wurden als im Vorjahr. Bei einem Total von gut 4,6 Millionen Personenwagen in der Schweiz verkehren aktuell rund 69‘000 Hybrid- und mehr als 13‘000 reine Elektrofahrzeuge.

Einen erheblichen Anteil am Aufschwung der Elektromobilität hat Elon Musk durch die Gründung der Elektroautomarke Tesla. Bewegten sich die bisherigen Modelle vor allem im gehobenen Preissegment, ist der neue Tesla 3 viel günstiger. Doch auch die übrigen Hersteller bleiben nicht untätig. Die Preise sinken und die Palette an Fahrzeugen mit Stecker umfasst inzwischen rund 50 Modelle. Fachleute entwickeln emsig weiter, um neben technischen auch infrastrukturellen Ansprüchen gerecht zu werden.

Entwicklung von Ladetechniken

Speziell kabelfreie Ladesysteme für Elektromobile könnten die Fahrzeugsparte noch beliebter machen – sie erhöhen den Komfort und die Sicherheit beträchtlich. Als erster Wissenschaftler beschäftigte sich Nikola Tesla um 1900 mit der drahtlosen, kontaktlosen Energieübertragung. Er erkannte, dass sich Strom über ein magnetisches Feld von einer Spule auf eine zweite Spule übertragen lässt, die nicht an den gleichen Stromkreis angeschlossen ist. Diese Technik wird heute bereits bei Zahnbürsten, Induktionsherden oder Mobiltelefonen eingesetzt.

Auch die Forschung befasst sich mit berührungsfreien und kabellosen Schnellladesystemen für Elektrofahrzeuge. Die Induktionsladung soll in Zukunft das Laden von Elektroautos einfacher machen. Das weltweit erste für den Strassenverkehr zugelassene System entwickelte die Technische Hochschule Deggendorf in Deutschland. Während herkömmliche Ladesysteme eine Leistung von 3,6 kW erreichen, gelang der E-Wald-Forschungsgruppe eine übertragene Nennleistung von 30 kW. Bereits nach 30 Minuten Ladedauer waren 80 Prozent der Kapazität erreicht. Ein elektromagnetisches Wechselfeld sorgt für die Energieübertragung, wofür eine Primärspule im Boden und eine Sekundärspule im Fahrzeug notwendig sind. Um die Energieübertragung auszulösen, müssen sich die beiden Ladeplatten möglichst genau übereinander befinden. Dabei hilft ein Positioniersystem im Wagen.

Zu Hause laden

Die Wahl der optimalen Ladeinfrastruktur ist auch privat ein entscheidender Faktor. Der Elektriker kennt sich aus, berät und installiert Ihre ideale Lade-Lösung. Gerade ein Umbau oder eine Renovation sind beliebte Zeitpunkte um die Garage mit einer Heimladestation auszurüsten. Dabei findet auch die Induktionsladung den Weg in die eigenen vier Wände.

Mit dem Hybridfahrzeug 530e bringt BMW die induktive Ladetechnik demnächst in die privaten Haushalte. Ab 2018 ermöglicht der Hersteller seinen Kunden erstmalig eine kabellose Energieübertragung auf einen fahrzeugseitigen 9,2-kWh-Lithium-Ionen-Akku. Die dafür notwendige 40 kg schwere Bodenplatte kann in Auffahrt oder Garage platziert und mit normalem Haushaltsstrom oder einem Drehstrom-Anschluss für beschleunigte Ladevorgänge verbunden werden. Rund 3,5 Stunden dauert der verkürzte Ladevorgang, mit normalem Haushaltsstrom sind dafür rund 5 Stunden notwendig. Auch bei herkömmlichen Ladestationen fürs Eigenheim geht die Entwicklung weiter. Sie unterscheiden sich nicht mehr nur in der Ladeleistung und dem Steckertyp. Egal ob Induktionssystem oder herkömmliche Lade-Lösung, Ihr Elektroinstallateur berät Sie persönlich und bedürfnisgerecht.

Elektromobilität und Photovoltaik

Immer beliebter wird die Kombination von Elektromobilität und Photovoltaik. Mit der Anbindung an die Photovoltaikanlage auf dem Dach können Hausbesitzer einen Teil des für die Heimladestation benötigten Stroms selbst erzeugen – kostengünstig und umweltfreundlich. Mit einem Lastmanagementsystem kann der Ladevorgang auf den Betrieb von Verbrauchern wie Wärmepumpe, Boiler oder Waschmaschine abgestimmt werden. So erhöht sich der Eigenverbrauch, was sich bei sinkenden Einspeisevergütungen zusätzlich lohnt.

Die Installation der Ladestation und die Anbindung der PV-Anlage sollte ein qualifizierter Elektroinstallateur vornehmen, der sich mit Normen und Anforderungen für den Anschluss von Ladestationen auskennt. Vor allem bei älteren Gebäuden muss die Elektroinstallation geprüft werden. Nur so ist das Laden bei voller Leistung auch über mehrere Stunden hinweg sicher. Sei es bei einem Neu-/Umbau oder einer Renovation, der Elektriker in Ihrer Nähe berät und unterstützt Sie gerne.

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28. März 2018
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