Umbau und Renovation: Auf die richtige Vernetzung kommt es an

Sollen die eigenen vier Wände verändert werden, so ist der Elektrofachmann einer der ersten Ansprechpartner. Denn Umbauten, ob in kleinem oder grossem Ausmass, betreffen häufig auch die Elektrotechnik. Bevor also über Pläne und Budget gesprochen wird, braucht es eine Bestandesaufnahme vor Ort durch den Spezialisten. Sein Know-how lässt erste Schlüsse über das Veränderungspotenzial der Immobilie zu. Anschliessend gleicht der Elektriker die Baugegebenheiten mit den Kundenwünschen und dem Budget ab. Übrigens: Der Umbau oder die Renovation kann auch etappenweise erfolgen. Der Fachmann hilft bei der Planung und weiss, welche Bereiche zuerst realisiert werden sollten und wie man darauf aufbaut.

Offene Optionen für «Intelligentes Wohnen»

Bedürfnisse ändern sich und wer kann schon mit Bestimmtheit sagen, was die Zukunft bringt? Ein gewisses Mass an Wandlungsfähigkeit und Flexibilität soll das neue Zuhause bieten: Durch vorausschauendes Bauen bleiben einige Optionen offen und erlauben so neue Nutzungsmöglichkeiten. Sternförmige Verkabelung ist dabei das Stichwort. Als wichtiges Element ist sie die ideale Basis für die multimediale und intelligente Erschliessung aller Räume. So wird, nach Auszug des Nachwuchses, aus dem Kinderzimmer ruckzuck ein privates Büro.

Wurden für die Verkabelung genügend Leer- oder Reserve-Rohre eingeplant, kann die Elektrotechnik mit den Bedürfnissen «mitwachsen». Bestes Beispiel dafür ist die Gebäudeautomation: Die Steuerung der Licht- und Beschattungseinrichtungen kann zu einem späteren Zeitpunkt durch eine Anwesenheitssimulation oder eine Alarmanlage ergänzt und in den Automatisierungsprozess integriert werden. Leer-Rohren sei Dank!

Viele Möglichkeiten statt ein Patentrezept

Für den Fall, dass während des Baus zu wenig auf eine mögliche Erweiterung geachtet wurde, lassen sich zusätzliche Kabel in bestehende Rohre einziehen. Ist dies nicht möglich, müssen neue Leitungswege erschlossen werden. Dazu eignen sich Sockelleisten, Treppenschächte oder gar ein alter Kamin. Damit solche Lösungen aber nicht zu Lasten von Ästhetik oder Funktionalität gehen, ist die Arbeit des Elektrofachmanns unerlässlich. Dank seinem fundierten Wissen werden sichere, bedürfnisgerechte und optisch ansprechende Lösungen realisiert. Und das kommt einem klaren Mehrwert gleich.

Funk als gute Alternative

Fallen vorhergehende Möglichkeiten aufgrund von Baugegebenheiten oder Optik weg, bleibt noch die Funklösung. Sie ist eine gute Alternative zum kabelgebundenen BUS-System und kann jederzeit ohne viel Aufwand vom Elektriker eingebaut werden. Der Ausgestaltungsgrad der Gebäudeautomation ist auch bei dieser Lösung eine Sache des persönlichen Geschmacks – und natürlich des Budgets. Damit sich der Bauherr in der Euphorie des Umbaus nicht zu viel vornimmt, ist die Erfahrung des Elektrofachmanns wichtig: Er hilft Prioritäten aufzuzeigen und so die Balance zwischen Komfort und finanziellem Aufwand zu halten.

Gesetzliche Leitplanken

Beim Thema Umbau und Renovation können kreative Impulse und individuelle Lösungen den entscheidenden Unterschied machen. Der Elektroinstallateur weiss, in welchen Bereichen es Sparpotenzial gibt und wo die Investitionen rechtlich zwingend sind. So ist beispielsweise der FI-Schutzschalter aus Sicherheitsgründen bereits seit längerem für einen Grossteil der Installationen vorgeschrieben. Und das völlig zu Recht: Der Schalter überwacht den Stromkreislauf und schaltet bei Unregelmässigkeiten den Strom ab. Und dies innerhalb von wenigen Hundertstelsekunden! Eine sinnvolle Installation, auf die der Elektriker bei einem Umbau oder einer Renovation ein besonderes Augenmerk legt.

Gut vernetzt

Neben verschiedenen Sicherheitsaspekten müssen auch staatliche Vorschriften wie der Denkmalschutz beachtet werden. Häufig wird in solchen Fällen ein vom Elektrofachmann empfohlener Experte aus dem entsprechenden Bereich hinzugezogen – beispielsweise ein Architekt. Dieser kann die Situation professionell beurteilen und weiss, welche weiteren Schritte anstehen. Der Elektroinstallateur koordiniert die Zusammenarbeit und die nötigen Aufgaben. Damit vermeidet er Leerläufe sowie unnötige Kosten.

Umbau und Renovation helfen Steuern sparen

Denn bauliche Veränderungen am Eigenheim beeinflussen in den meisten Fällen auch die Höhe der Abgaben. Grundsätzlich gilt: Was dem Werterhalt dient, ist vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Findet eine Wertvermehrung statt, zum Beispiel durch einen Anbau, zählt das nicht als Liegenschaftsunterhalt und kann daher auch nicht abgezogen werden. Für den Laien ist die korrekte Einordnung oft schwierig. Es empfiehlt sich, bei Fragen die kantonale Steuerbehörde zu kontaktieren. So ist ein reibungsloser Ablauf von Umbau oder Renovation gewährleistet – von der Planung über die Umsetzung bis zum steuertechnischen Abschluss des Projekts.

Artikel schliessen
19. September 2016
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren