Licht als Stimmungsmacher

Ob wir uns aktiv und unternehmungslustig oder eher schlapp und müde fühlen, hängt in hohem Masse vom Licht ab – genauer gesagt von der Helligkeit und Farbe des Lichts. Denn davon wird unsere innere Uhr und damit der Rhythmus unserer Schlaf- und Wachphasen gesteuert. Zahlreiche Studien belegen, dass dies ausserdem Einfluss auf unsere Stimmung und unsere Leistungsfähigkeit hat. Wir geben Einblick in die Zusammenhänge und wie man sie bei der Lichtplanung berücksichtigt.

Licht steuert unsere innere Uhr

Unsere Stimmung und unser Schlafrhythmus werden vom Hormonsystem gesteuert. Besonders zwei Hormone haben dabei grossen Einfluss: Das so genannte «Glückshormon» Serotonin wird während des Tages produziert und sorgt dafür, dass wir aktiv und gut gelaunt sind. Das Melatonin, auch «Schlafhormon» genannt, wird dagegen während der Nacht ausgeschüttet. Es drückt auf die Stimmung und wirkt schlaffördernd. Beide Hormone stehen in engem Zusammenhang, da Serotonin in der Zirbeldrüse – quasi unsere «biologische Uhr» im Gehirn – zu Melatonin umgewandelt wird. Und bei dieser Umwandlung spielt das Tageslicht eine zentrale Rolle: Photozellen im Auge nehmen das Umgebungslicht wahr und senden diese Information an die Zirbeldrüse. Ist ausreichend Tageslicht vorhanden, wird die Produktion von Melatonin eingestellt – dem Körper wird also signalisiert: Es ist Tag. Ist jedoch nicht ausreichend Tageslicht vorhanden, schüttet das Gehirn weiterhin Melatonin aus. Dies führt dazu, dass das Serotonin nicht richtig wirken kann. Die Folge davon: Unsere innere Uhr gerät aus dem Gleichgewicht – und das schlägt aufs Gemüt.

Dem Winterblues vorbeugen

Licht beeinflusst also unsere Stimmung – das ist im Winter besonders deutlich zu spüren. Insbesondere dann, wenn die Tage kurz sind und folglich wenig Tageslicht vorhanden ist. Nicht umsonst spricht man vom sogenannten «Winterblues»: Viele fühlen sich dann kraft- und antriebslos und leiden unter Stimmungsschwankungen. Am besten wirkt man dem mit täglichen Spaziergängen von 20 – 30 Minuten entgegen, bei denen ganz bewusst in den Himmel geschaut wird.

Lichtfarben im Tagesverlauf

Was aber macht nun das Tageslicht so speziell? Es hat einen hohen Blauanteil und wirkt damit aktivierend auf den menschlichen Körper. Dagegen weist das Licht bei Dämmerung einen geringen Blauanteil auf – und das hat wiederum einen beruhigenden Einfluss auf uns. Diesen Effekt kann man sich zu Nutze machen, indem man bei der Wohnungseinrichtung auf die Wahl der richtigen Leuchtmittel achtet. Nicht umsonst sind solche Erkenntnisse mittlerweile zu einer multidisziplinären Wissenschaft angewachsen – zahlreiche Forscher beschäftigen sich mit Materialien, Farben und Lichttechnik und deren biologischen Auswirkungen auf den Menschen. Entsprechend viele Lösungsansätze gibt es bereits für Innenräume, wie zum Beispiel spezielle Leuchtmittel, welche die verschiedenen Phasen des Tageslichts simulieren. Und wer morgens Mühe hat aufzustehen, profitiert möglicherweise von einem sogenannten Lichtwecker: Er ahmt die Morgendämmerung nach und sorgt so für ein sanfteres Aufwachen.

Perfekte Bedingungen für Arbeit & Freizeit

Wer zu Hause ideale Lichtbedingungen erschaffen will, sollte sich zunächst fragen: Wo wird das Licht benötigt, und welchen Zweck soll es erfüllen? Zum Beispiel ist helles Licht mit hohen Blauanteilen förderlich für die Konzentration und Leistungsfähigkeit – ideal also für den Arbeitsplatz. Im Wohnbereich ist dagegen eher gemütliche Stimmung gefragt. Hier sorgt indirektes Licht mit wenig Blauanteilen für eine entspannende Wirkung. Und wer das volle Potenzial ausschöpfen will, setzt auf ausgeklügelte Tageslicht-Simulationen, die individuell angepasst und gesteuert werden können. In jedem Fall gilt: Eine fachmännische Unterstützung ist sinnvoll – denn einhergehend mit den wachsenden Erkenntnissen der Lichtforschung schreitet auch die Technologie weiter voran und bietet immer mehr erhellende Lösungen für eine Lichtumgebung, die die Funktionsweise unseres Organismus berücksichtigt. Lassen Sie sich also beraten, wie Sie Ihr Zuhause ins richtige Licht rücken und entdecken Sie dessen positive Auswirkung auf Körper, Geist und Wohlbefinden.

Artikel schliessen
10. Februar 2020
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren