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Datum 13. Mai 2026
Lesedauer 3 Minuten

Kühlen – vorausschauend planen

Der nächste Sommer bringt bestimmt wieder heisse Tage. Um den Wohnbereich nicht überhitzen zu lassen, sorgt man besser frühzeitig vor. Kühlmethoden mit guter Wirkung benötigen nicht zwingend viel Strom.

Ein guter Rat für mehr Sommerfrische lautet: Spät in der Nacht alle Fenster öffnen und sie frühmorgens wieder schliessen – am besten gemeinsam mit den Läden oder Storen. Denn bevor die ersten Sonnenstrahlen den nächsten Hitzetag ankünden, kühlt die Nachtluft eine Wohnung am wirkungsvollsten aus. Unter Fachleuten ist diese Methode als «Nachtauskühlung» bekannt. Sie sorgt für angenehme Raumtemperaturen in Geschäftshäusern, Schulhäusern und Wohnbauten, ausschliesslich mit passiven, energieeffizienten Mitteln.

Denn Tatsache ist: Das Kühlen von Gebäuden zum Wohnen und Arbeiten wird wichtig, sobald sich das Sommerklima in der Schweiz wieder von der ungemütlichen Seite zeigt. Mehrtägige Hitzewellen und Temperaturen, die in der Nacht nicht unter 20 °C sinken, setzen den Körper unter Stress. Davon betroffen sind nicht nur Menschen im hohen Alter. An einem Hitzetag leiden jene besonders, die über Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen klagen. Umso mehr sind die Räume, in denen sich Personen tagsüber und in der Nacht aufhalten, wenn möglich mit geringem Energieaufwand vor Überhitzung zu schützen.

Kaum Zusatzenergie nötig

Schon heute werden Neubauten so geplant, dass jeder Raum behaglich nutzbar ist. Im Winter sind Raumtemperaturen ab 22 °C erforderlich; im Sommer sollen sie nicht über 26,5 °C steigen. Überhitzte Räume zeigen jedoch meistens an, dass zu wenige architektonische und bauliche Vorkehrungen dagegen getroffen wurden. Denn der sommerliche Wärmeschutz ist nicht nur eine Frage der Klimatechnik. Dazu eignet sich eine Reihe von Kühlmassnahmen, deren Einsatz aber frühzeitig vorzusehen ist. Ein passives Kühlen benötigt kaum Zusatzenergie; das aktive Kühlen bisweilen viel.

Mobile Klimageräte sind meistens ein letztes Mittel, um Räume zu kühlen. Zwar gibt es Geräte mit einem grünen «A+++» auf der Energieetikette. Dennoch sind noch sparsamere Varianten zur Raumkühlung verfügbar, wenn bereits bei einer Gebäudesanierung vorgesorgt wird.

Sonnenschutz hat Priorität: Ein aussenliegender Sonnenschutz soll an Sommertagen die Überhitzung von Räumen verhindern. (Bild: Schenker Storen) Sonnenschutz hat Priorität: Ein aussenliegender Sonnenschutz soll an Sommertagen die Überhitzung von Räumen verhindern. (Bild: Schenker Storen)
Mobile Klimageräte bieten Soforthilfe an heissen Tagen, aber verbrauchen deutlich mehr Strom als alternative Kühlvarianten. (Bild: Pixabay) Mobile Klimageräte bieten Soforthilfe an heissen Tagen, aber verbrauchen deutlich mehr Strom als alternative Kühlvarianten. (Bild: Pixabay)
Hitzewellen und Tropennächte sorgen auch in der Schweiz zunehmend dafür, dass Geschäftshäuser und Wohnbauten aktiv zu kühlen sind. (Bild: AdobeStock) Hitzewellen und Tropennächte sorgen auch in der Schweiz zunehmend dafür, dass Geschäftshäuser und Wohnbauten aktiv zu kühlen sind. (Bild: AdobeStock)

Aussenliegender Sonnenschutz

Eine weitere Faustregel ist: Den Kühlbedarf senken, bevor Technik eingesetzt wird. Storen oder Markisen schützen gut besonnte Süd- und Westfassaden und schirmen sowohl Licht als auch Wärme ab. Bei längeren Abwesenheiten oder unsicheren Wetterlagen bieten automatisch steuerbare Systeme einen zusätzlichen Überhitzungsschutz. Selbst einzelne Fenster öffnen und schliessen sich, gekoppelt an eine Zeitschaltuhr, von selbst, um Räume während den kältesten Nachtstunden auskühlen zu lassen.

Wichtig ist aber: Die beste Wirkung erreicht das passive Kühlen über offene Fenster, wenn einzelne Räume oder die Wohnung in Querrichtung durchlüftet werden, respektive die Nachtluft aus östlicher oder nördlicher Richtung einströmen kann.

Kühlen via Fussbodenheizung

Eine Nachtauskühlung funktioniert aber nicht überall. Heizt sich die Umgebung tagsüber zu sehr auf, strömt selbst in der Nacht heisse Luft ins Gebäudeinnere. Fachleute empfehlen deshalb, Wohnhäuser an städtischen Lagen – früher oder später – mit einem eigenen Kühlsystem auszurüsten. Kleine und grosse Wohnbauten lassen sich bei einem Heizungsersatz dahingehend einfach ausstatten.

Eine Erdwärmepumpe, die Heizenergie für den Winter bereitstellt, kann auch zur Raumkühlung im Sommer dienen. Ohne die Wärmepumpe selbst einzuschalten, wird mit der Erdwärmesonde ein «Geocooling»-Kreislauf in Gang gesetzt. Dieser sorgt dafür, dass Wärme aus überhitzten Räumen via Fussbodenheizung und Sonde in das Erdreich verfrachtet wird. Grundwasser-Wärmepumpen ermöglichen ihrerseits einen Kühlbetrieb. Dafür wird jeweils nur wenig Strom benötigt, weil einzig eine Umwälzpumpe einzuschalten ist.

Reversible Wärmepumpe

Auch die Luft-Wasser-Wärmepumpe eignet sich für die kontinuierliche Raumkühlung. Zur Auswahl stehen Spezialmodelle, deren Kältemittelkreislauf umkehrbar ist: Statt den Heizungskreislauf in einer Wohnung zu erwärmen, wird er im Sommermodus abgekühlt. Hierfür ist allerdings der Kompressor in Betrieb zu setzen, wozu mehr Strom verbraucht wird als beim Geocooling. Die «kühlende» Luftwärmepumpe arbeitet trotzdem deutlich energieeffizienter als mobile oder kompakte Klimageräte.

Klimageräte bieten zwar Soforthilfe, aber lassen sich fast nur für einzelne Räume verwenden. Split-Modelle sind fest installierbar, wobei Innen- und Ausseneinheiten jeweils mit einem Luftkanal durch die Wand verbunden sind. Zu beachten ist aber auch hier: Bewilligt werden solche Klimaanlagen in der Regel nur, wenn die zu kühlenden Räume mit einem sommerlichen Wärmeschutz ausgestattet sind.