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Photovoltaikanlagen sind kleine Klimaschützer. Schliesslich produzieren sie jahrzehntelang CO₂-armen Strom. Doch was passiert, wenn ein Modul defekt ist? Reparieren, wiederverwenden und recyclen! So verbleiben aktuell immerhin drei Viertel eines Moduls im Stoffkreislauf.
Die meisten in der Schweiz verbauten Photovoltaik-Module (PV-Module) sind kristalline Siliziummodule. Rund 90 Prozent ihrer Masse bestehen aus Glas. Hinzu kommen Silizium-Wafer, Verbund- und Rückseitenfolien sowie Metalle für Rahmen, Leiterbahnen und Anschlussdosen. Hat ein Modul ausgedient, wird es demontiert und zu spezialisierten Recyclingbetrieben transportiert. Dort werden Rahmen und Anschlussdosen entfernt, die Verbundgläser zerkleinert und die Wertstoffe getrennt. Glas und Silizium dienen als Rohstoffe für neues Flachglas oder Glaswolle, Metalle gehen in europäische Schmelzwerke, Kunststoffe werden energetisch verwertet, etwa für Strom und Prozesswärme in der Zementindustrie. So lassen sich heute rund 77 Prozent eines PV-Moduls zurückgewinnen. Tendenz steigend dank verbesserter Aufbereitung der Silizium-Wafer.
Nicht jedes Problem ist gleich ein Fall fürs Recycling. Zeigt ein einzelnes Modul einen Leistungsabfall, Risse im Glas oder thermische Auffälligkeiten, ist der Elektroinstallationsbetrieb die erste Anlaufstelle. Er kennt die Anlagendokumentation, kann Strings (eine Reihe von Solarmodulen, die elektrisch in Serie miteinander verbunden sind) durchmessen, Anschlussdosen und Steckverbindungen prüfen und beurteilen, ob ein technischer Mangel repariert werden kann. Etwa durch das Ersetzen einer Anschlussdose, eines Steckers oder von Verkabelungen.
Stellt sich heraus, dass das Modul zwar nicht mehr für eine Hochleistungsanlage geeignet ist, aber noch eine nennenswerte Restleistung aufweist, kommt ein Re-Use in Frage. In der Schweiz werden mit Projekten wie «Swiss PV Circle» Geschäftsmodelle für die Wiederverwendung ausrangierter Module entwickelt. So kommen alte Panels etwa für kleinere Inselanlagen oder Anwendungen mit geringeren Leistungsanforderungen wieder zum Einsatz. Erst wenn Reparatur und Re-Use ausgeschlossen sind, zum Beispiel bei starken Glasbrüchen oder elektrischer Zerstörung, führt der Weg konsequent ins Recycling.
Für den Rückbau und die Entsorgung gilt: Die Eigentümerin oder der Eigentümer meldet sich beim Elektroinstallateur. Dieser ist in der Regel an das Rücknahmesystem von SENS eRecycling angeschlossen oder kann sich als vRG-Partner (beim SENS-System registrierter Betrieb, der die vorgezogene Recyclinggebühr abrechnet) registrieren. Finanziert wird das System über eine vorgezogene Recyclinggebühr, die beim Kauf neuer Module erhoben wird. Für Anlagenbetreibende fallen bei der Entsorgung somit keine zusätzlichen Kosten an.
Damit schliesst sich der Kreis: Elektroinstallationsbetriebe bleiben für Kundinnen und Kunden während des gesamten Lebenszyklus einer PV-Anlage die zentrale Ansprechstelle – von der Planung über den Service bis zum fachgerechten Rückbau. Jedes ausgediente Panel trägt dank Reparatur, Re-Use und Recycling dazu bei, dass die gute Ökobilanz der Photovoltaik auch am letzten Tag noch stimmt.